Warum Dunkelheit am Abend so wichtig für Ihre Gesundheit ist
Wir hören oft, dass ausreichend Tageslicht wichtig für unsere Gesundheit ist. Doch es gibt noch eine andere Seite, die genauso wichtig ist: Dunkelheit.
In unserer heutigen Welt ist Dunkelheit immer seltener geworden. Unsere Abende sind geprägt von heller LED-Beleuchtung, Fernsehern, Smartphones, Tablets und beleuchteten Straßen. Diese Technologien haben das moderne Leben zwar komfortabler gemacht, gleichzeitig aber auch die Lichtumgebung, an die sich unser Körper im Laufe der Evolution angepasst hat, grundlegend verändert.

So wie helles Licht am Tag Ihrem Körper signalisiert, wach und aufmerksam zu sein, signalisiert Dunkelheit am Abend, dass es Zeit ist, sich auf den Schlaf vorzubereiten. Ohne ausreichende Dunkelheit fällt es Ihrer biologischen Uhr schwer, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden.
Dunkelheit ist die andere Hälfte von gutem Licht
Unser Körper hat sich unter einem einfachen täglichen Muster entwickelt: helle Tage und dunkle Nächte.
Über Tausende von Jahren hinweg sorgte der Sonnenuntergang auf natürliche Weise dafür, dass immer weniger Licht unsere Augen erreichte. Dieser allmähliche Übergang löste biologische Veränderungen aus, die den Körper auf den Schlaf und die nächtliche Erholung vorbereiteten. Heute verbringen viele Menschen ihren Tag bei relativ schwacher Innenbeleuchtung und wechseln am Abend in hell beleuchtete Wohnräume. Mit anderen Worten: Wir erleben häufig genau das Gegenteil von dem, was unsere Biologie erwartet.
Gutes Licht bedeutet daher nicht nur, tagsüber ausreichend Licht zu bekommen. Es ist ebenso wichtig, die Dunkelheit in der Nacht zu schützen.
Ihre biologische Uhr ist auf Dunkelheit angewiesen
Ihr zirkadianer Rhythmus ist die innere 24-Stunden-Uhr Ihres Körpers. Er reguliert nahezu jeden Aspekt Ihrer Physiologie, darunter Schlaf und Wachheit, Hormonproduktion, Körpertemperatur, Stoffwechsel, kognitive Leistungsfähigkeit und Stimmung.
Der stärkste Umweltreiz, der diese innere Uhr synchronisiert, ist Licht.
Wenn der Abend näher rückt und die Lichtintensität abnimmt, signalisieren spezialisierte lichtempfindliche Zellen im Auge dem Gehirn, dass die Nacht bevorsteht. Dadurch kann sich der Körper auf den Schlaf vorbereiten. Bleibt es am Abend hingegen hell, verzögert sich dieser Prozess.
Licht am Abend signalisiert Ihrem Gehirn, dass es noch Tag ist
Ihr Gehirn kann die Uhrzeit nicht von einer Uhr ablesen. Stattdessen orientiert es sich am Licht. Helles Licht am Abend vermittelt die Botschaft, dass der Tag noch andauert. Infolgedessen verzögert Ihr Körper viele der Prozesse, die normalerweise vor dem Schlafengehen stattfinden. Dadurch können Sie sich wach fühlen, obwohl Sie eigentlich müde werden möchten, und es kann schwieriger werden, am Ende des Tages zur Ruhe zu kommen.
Auf Dauer kann die wiederholte Exposition gegenüber hellem Licht am Abend zu einer Diskrepanz zwischen Ihrer biologischen Uhr und Ihrem Tagesablauf beitragen.
Wie dunkel sollte es am Abend sein?
Für eine optimale zirkadiane Gesundheit wird empfohlen, die Lichtexposition etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen zu reduzieren. Versuchen Sie, die Lichtstärke während dieses Zeitraums, wann immer möglich, unter 10 Lux zu halten. Das Ziel ist nicht völlige Dunkelheit während des gesamten Abends, sondern eine allmähliche Verringerung des Lichts, die Ihrem Körper signalisiert, dass sich der Tag dem Ende nähert.
Schützen Sie auch die Dunkelheit während der Nacht
Dunkelheit bleibt auch nach dem Einschlafen wichtig. Wenn Sie während der Nacht aufwachen, versuchen Sie, die Lichtexposition nach Möglichkeit unter 1 Lux zu halten. Vermeiden Sie es, auf Ihr Smartphone zu schauen, und verwenden Sie, falls Licht erforderlich ist, nur so viel schwache Beleuchtung, wie für Ihre Sicherheit notwendig ist.





Kommentare