Gutes Licht bedeutet nicht nur besseres Sehen, sondern auch besseren Schlaf
Wenn die meisten Menschen an Beleuchtung denken, denken sie ans Sehen. Wir schalten eine Lampe ein, um ein Buch zu lesen, einen Arbeitsplatz zu beleuchten oder einen Raum gemütlich zu machen. Seit mehr als einem Jahrhundert wird Beleuchtung in erster Linie dafür entwickelt, uns besser sehen zu lassen. Doch die Wissenschaft hat gezeigt, dass Licht weit mehr bewirkt, als nur unsere Umgebung zu erhellen.
Es signalisiert unserem Körper auch, wann es Zeit ist, wach zu sein und wann er sich auf den Schlaf vorbereiten sollte.
Mit anderen Worten: Bei gutem Licht geht es nicht nur darum, besser zu sehen, sondern auch darum, besser zu schlafen.

Licht ist der stärkste Zeitgeber unseres Körpers
Jede Zelle in Ihrem Körper folgt einem ungefähr 24-stündigen Rhythmus, dem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Dieses innere Zeitsystem reguliert weit mehr als nur den Schlaf. Es beeinflusst Wachheit, Hormonproduktion, Körpertemperatur, Stoffwechsel, Verdauung und sogar Ihre Stimmung und Ihr Energieniveau.
Um mit der Außenwelt synchronisiert zu bleiben, ist Ihre biologische Uhr vor allem auf ein Signal angewiesen: Licht.
Jeden Morgen signalisiert das Licht, das in Ihre Augen fällt, Ihrem Gehirn, dass ein neuer Tag begonnen hat. Mit zunehmendem Tageslicht wird Ihr Körper wacher und aufmerksamer.
Wenn es Abend wird und die Lichtintensität abnimmt, geschieht das Gegenteil: Gedämpftes Licht signalisiert Ihrem Körper, dass es Zeit ist, sich auf einen erholsamen Schlaf vorzubereiten.
Ihre Augen sehen nicht nur, sie erkennen auch die Tageszeit
Viele Jahre lang glaubten Wissenschaftler, dass das Auge nur eine einzige Aufgabe hat: das Sehen.
Forschungen der vergangenen zwei Jahrzehnte haben jedoch gezeigt, dass das Auge neben dem Sehen noch eine weitere entscheidende Funktion hat.
Spezialisierte lichtempfindliche Zellen in der Netzhaut, wissenschaftlich als ipRGCs bezeichnet, erfassen kontinuierlich den Zeitpunkt und die spektrale Zusammensetzung des Lichts um uns herum. Der Einfachheit halber nennen wir diese Zellen „Spheres“. Diese Zellen erzeugen keine Bilder. Stattdessen senden sie Informationen direkt an die zentrale biologische Uhr im Gehirn und ermöglichen es Ihrem Körper so, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden.
Jeder Blick aus dem Fenster, jeder Spaziergang im Freien und die Art des Lichts, dem Sie am Abend ausgesetzt sind, beeinflussen dieses System.
Helle Tage und dunkle Nächte führen zu besseren Nächten
Gesunder Schlaf beginnt mit dem Licht, das Ihre Augen tagsüber erreicht. Viel helles Tageslicht am Morgen und im Laufe des Tages stärkt Ihre biologische Uhr. Eine gut synchronisierte biologische Uhr erleichtert es Ihnen, tagsüber wach und aufmerksam und nachts müde zu werden.
Verbringen Sie mindestens zwei Stunden pro Tag im Tageslicht oder unter elektrischer Beleuchtung, die auf Augenhöhe mindestens 500 Lux bietet. Halten Sie die Lichtintensität während der drei Stunden vor dem Schlafengehen unter 10 Lux. Nachts sollte sie unter 1 Lux liegen. Vermeiden Sie außerdem Bildschirme, wann immer dies möglich ist.
Schlaf beginnt nicht erst, wenn Sie ins Bett gehen. Er beginnt mit dem Licht, das Ihre Augen im Laufe des Tages erreicht.
Das moderne Leben hat den natürlichen Rhythmus umgekehrt
Der Mensch hat sich in einer Umgebung mit hellem Tageslicht, allmählich dunkler werdenden Abenden und dunklen Nächten entwickelt.
Das moderne Leben sieht häufig ganz anders aus. Viele von uns verbringen ihre Tage in Innenräumen bei relativ schwacher Beleuchtung und kehren anschließend in hell beleuchtete Wohnzimmer mit Fernsehern, Smartphones und Tablets zurück. Aus Sicht unserer biologischen Uhr sendet dies widersprüchliche Signale.
Unsere Tage sind oft zu dunkel, während unsere Abende zu hell sind. Dieser schwächere Unterschied zwischen Tag und Nacht kann es dem Körper erschweren zu erkennen, wann er wach sein und wann er sich auf den Schlaf vorbereiten sollte.
Ein starker zirkadianer Rhythmus entsteht durch einen klaren Kontrast: Helle Tage. Dunkle Nächte.
Gutes Licht bedeutet das richtige Licht zur richtigen Zeit
Zu den Vorteilen von gutem Licht und einem gut abgestimmten zirkadianen Rhythmus gehören: besserer Schlaf, mehr Energie, eine positivere Stimmung, eine bessere Konzentrationsfähigkeit und eine bessere allgemeine Gesundheit.
Unterstützt diese Beleuchtung die menschliche Gesundheit?
Büros, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und auch unsere eigenen Wohnungen beginnen zu erkennen, dass Beleuchtung nicht nur die visuelle Leistungsfähigkeit, sondern auch Schlaf, Wohlbefinden und langfristige Gesundheit unterstützen sollte.
Dieser Wandel markiert eine neue Ära im Lichtdesign – eine Ära, in der die menschliche Biologie genauso wichtig wird wie Energieeffizienz oder Ästhetik.





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