Stäbchen, Zapfen und Sphären: Die drei Arten, wie deine Augen Licht wahrnehmen
- Good Light Group

- 11. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Die meisten Menschen denken, dass unsere Augen nur eine Aufgabe haben: uns das Sehen zu ermöglichen. Tatsächlich erfüllen unsere Augen jedoch noch eine weitere, ebenso wichtige Funktion. Sie ermöglichen uns nicht nur das Sehen, sondern messen auch kontinuierlich das Licht in unserer Umgebung und helfen so dabei, unsere biologische Uhr, Hormone, Wachheit, Stimmung und unseren Schlaf zu regulieren.

Dafür enthält die Netzhaut drei verschiedene Arten lichtempfindlicher Zellen. Zwei davon sind für das Sehen verantwortlich: Stäbchen und Zapfen. Der dritte Typ wird wissenschaftlich als intrinsisch photosensitive retinale Ganglienzellen (ipRGCs) bezeichnet. Wir nennen sie der Einfachheit halber Sphären. Sie tragen nicht direkt zum Sehen bei, sondern helfen unserem Körper zu erkennen, wann Tag und wann Nacht ist.
Stäbchen: Sehen im Dunkeln
Stäbchen sind die lichtempfindlichsten Rezeptoren im Auge. Sie ermöglichen uns das Sehen bei sehr schwachem Licht, beispielsweise in der Dämmerung, bei Mondlicht oder in einem schwach beleuchteten Raum.
Stäbchen können Helligkeitsunterschiede und Bewegungen besonders gut wahrnehmen, aber keine Farben unterscheiden. Deshalb erscheint uns die Welt nachts fast schwarz-weiß.
In jedem Auge befinden sich etwa 120 Millionen Stäbchen. Damit sind sie die am häufigsten vorkommenden lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut. Ihre Aufgabe ist einfach: Sie helfen dir zu sehen, wenn nur wenig Licht vorhanden ist.
Zapfen: Farben und Details sehen
Zapfen übernehmen ihre Aufgabe, wenn ausreichend Licht vorhanden ist. Sie ermöglichen es uns, Farben wahrzunehmen, Texte zu lesen, Gesichter zu erkennen und feine Details zu unterscheiden.
Der Mensch verfügt über drei verschiedene Arten von Zapfen, die jeweils besonders empfindlich auf unterschiedliche Bereiche des sichtbaren Lichtspektrums reagieren:
S-Zapfen reagieren am stärksten auf kürzere (blaue) Wellenlängen.
M-Zapfen reagieren hauptsächlich auf mittlere (grüne) Wellenlängen.
L-Zapfen reagieren vor allem auf längere (rote) Wellenlängen.
Das Gehirn kombiniert die Informationen dieser drei Zapfentypen und erzeugt daraus die vielfältige Farbwahrnehmung, die wir jeden Tag erleben.
In jedem Auge befinden sich etwa 6 Millionen Zapfen. Sie sind hauptsächlich im Zentrum der Netzhaut konzentriert, wo unsere Sehschärfe am höchsten ist.
Sphären: Die Lichtsensoren deines Körpers
Und dann gibt es noch die Sphären. Anders als Stäbchen und Zapfen helfen sie dir nicht dabei, Gesichter zu erkennen, Bücher zu lesen oder Farben zu unterscheiden. Stattdessen erfassen sie die Lichtverhältnisse in deiner Umgebung und senden diese Informationen direkt an die zentrale biologische Uhr des Gehirns, die sich im suprachiasmatischen Nukleus (SCN) befindet.
Du kannst sie dir wie einen eingebauten Lichtmesser deines Körpers vorstellen.
Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, deinem Körper Informationen darüber zu geben:
Ist es Morgen oder Abend?
Ist es hell genug, um Tag zu sein?
Solltest du wach und aufmerksam bleiben?
Ist es Zeit, dich auf den Schlaf vorzubereiten?
Anstatt zum Sehen beizutragen, helfen Sphären dabei, die täglichen Rhythmen deines Körpers mit der Außenwelt zu synchronisieren. Ein gut synchronisierter zirkadianer Rhythmus hilft dir, nachts besser zu schlafen, tagsüber mehr Energie zu haben und deine Stimmung zu verbessern.
Deshalb ist es so wichtig, tagsüber Zeit im Freien zu verbringen, damit deine Sphären ihre Aufgabe erfüllen können.




Kommentare