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Sonnenschein, Sonnenbänke und eine überraschende Wendung für die Gesundheit

Eine epidemiologische Studie (Stevenson et al., 2024) mit Teilnehmenden aus dem Vereinigten Königreich ergab, dass Menschen mit einer höheren Exposition gegenüber ultraviolettem (UV-)Licht tendenziell länger lebten als Menschen mit geringerer UV-Exposition. Dieses Ergebnis mag zunächst überraschend erscheinen, da UV-Licht – ein Bestandteil des Sonnenlichts – häufig als Gesundheitsrisiko kommuniziert wird. Tatsächlich kann eine übermäßige UV-Belastung das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Die neuen Erkenntnisse deuten jedoch auf einen differenzierteren Zusammenhang zwischen UV-Licht und Gesundheit hin, insbesondere in bewölkten, sonnenarmen Ländern wie dem Vereinigten Königreich.


Foto von Elizeu Dias auf Unsplash 
Foto von Elizeu Dias auf Unsplash 

Die Ergebnisse basieren auf Daten von 395.086 Personen aus der UK-Biobank-Studie. Für ihre Untersuchung erfassten die Forschenden die UV-Exposition anhand zweier Stellvertretervariablen: (i) des Verhaltens in Bezug auf Besuche von Solarien bzw. die Nutzung von Sonnenbänken und (ii) meteorologischer Daten zur Sonneneinstrahlung in den Wohngebieten der Teilnehmenden. Anschließend wurden diese Daten im Hinblick auf die Häufigkeit von Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und andere Ursachen analysiert.


Die zentrale Erkenntnis war, dass Personen mit höherer UV-Exposition insgesamt ein geringeres Sterberisiko aufwiesen, einschließlich eines niedrigeren Risikos, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs zu sterben. Nutzerinnen und Nutzer von Solarien hatten im Vergleich zu Nichtnutzenden ein etwa 15 % geringeres allgemeines Sterberisiko. Auch Menschen, die in sonnenreicheren Regionen des Vereinigten Königreichs lebten, verzeichneten niedrigere Sterberaten.


In ihrer Veröffentlichung diskutieren die Autorinnen und Autoren die mögliche vermittelnde Rolle von Vitamin D, das in der Haut unter dem Einfluss von UV-B-Strahlung gebildet wird. Eine weitere diskutierte Möglichkeit betrifft UV-A-Strahlung, die die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) in der Haut fördern könnte. Stickstoffmonoxid wird wiederum mit einer Entspannung der Blutgefäße, einer Senkung des Blutdrucks und damit einer Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung gebracht.


Wichtig ist jedoch, dass diese Ergebnisse nicht bedeuten, dass unbegrenztes Sonnenbaden eine gute Idee ist. Die Forschenden weisen darauf hin, dass eine höhere UV-Exposition mit einer erhöhten Zahl von Melanomfällen verbunden sein könnte. Die Kernaussage lautet daher nicht: „Geht hinaus und bratet euch in der Sonne.“ Vielmehr zeigen die Ergebnisse, dass eine übermäßig strikte Vermeidung von Sonnenlicht möglicherweise negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Dieser Aspekt sollte bei der Kommunikation gesundheitlicher Risiken im Zusammenhang mit UV- bzw. Sonnenlichtexposition berücksichtigt werden.


Da sich Empfehlungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit häufig auf die Gefahren von UV-Strahlung konzentrieren, könnte eine differenziertere Betrachtungsweise angebracht sein. Dabei sollte auch der Wohnort berücksichtigt werden, wie die Ergebnisse dieser britischen Kohorte zeigen. In Ländern wie dem Vereinigten Königreich ist die Sonneneinstrahlung begrenzt, während gleichzeitig ein erhöhter Anteil der Bevölkerung niedrige Vitamin-D-Spiegel aufweist.

Basierend auf den Ergebnissen der UK-Biobank-Kohortenstudie:


Stevenson, A. C., Clemens, T., Pairo-Castineira, E., Webb, D. J., Weller, R. B., & Dibben, C. (2024). Higher ultraviolet light exposure is associated with lower mortality: An analysis of data from the UK biobank cohort study. Health and Place, 89. https://doi.org/10.1016/j.healthplace.2024.103328

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